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Con VOce in Möschenfeld

Con-Voce-Chor: Eine echte Bereicherung

Für das Festkonzert des von ihm vor fünf Jahren gegründeten Baldhamer Kammerchors Con Voce hat sich der in Zorneding lebende Kirchenmusiker Matthias Gerstner ein Novum einfallen lassen. Das Jubiläumskonzert wurde in die frühbarocke Filialkirche St. Ottilien Möschenfeld verlegt. Bisher war der im Wesentlichen aus Alt-und Sopranstimmen seines Zornedinger Jubilate-Chors rekrutierte Kammerchor in Baldham, Neufahrn oder Zorneding aufgetreten.

Diese „Wahi des Hauses machte Sinn. Für den Klangkörper der 21 zwei- bis vierstimmig singenden Con Voce-Mitglieder waren in Kombination mit den fünf Instru-mentalisten des Vaterstettener Barockensembles aufgrund der akustischen Verhältnisse angesichts der gefüllten Sitzreihen die besten Voraussetzungen für ein gelungenes musikalisches Fest gegeben. Im Barockensemble spielten Regina Graf, Bernd Herber (beide Violine), Charlotte Walterspiel (Bratsche), Ursula Ens (Oboe, Orgel) und Klaus Kämper (Cello).

Festlich und anspruchsvoll gestaltete Gerstner auch das Programm. Für sein als Projektchor definiertes Gesangsensemble blieb er mit der Erarbeitung musikalischer Raritäten den Zielen des Kammerchores treu. In der Eröffnung kam Georg-Friedrich Händeis symphonisches Anthem „O sing unto the Lord a new song“ in solistischer Begleitung von Katrin Arnold (Sopran) und Luitgard Hamberger (Alt) zu Gehör.

Gerstner verstand es, Chor, Gesangssolisten wie auch In-strumentalisten als Einheit im Klanggewicht unter Berücksichtigung individueller Schwerpunkte zu vereinen. Gut im Tempo, sprachlich (englisch) akzentuiert und dicht in den Stimmen erfreute der Chor besonders im siebten Satz mit „Himmel jauchze voller Freude“.

Die Brücke zum Mittelstück, Johann Adolf Hasses „Miserere in d“, lieferte Hasses Ehefrau Faustina Bordini, die als Primadonna in Händels Londoner Opernakademie gewirkt hatte. Das sechssätzige und chorisch vierstimmige Werk sollte besonders im Zeichen der beiden Gesangssolistinnen stehen. Die beiden gefragten Solisten, Karin Arnold und Luitgard Hamberger glänzten in diesem technisch anspruchsvollen Werk mit großartigem stimmlichen Spektrum und vielen trefflichen Oktavsprüngen.

Das „Stabat mater“, das letzte Werk des Italienischen Komponisten Giovanni Battista Pergolesi bildete den Abschluss des Abends. Es hatte nach der Zeit seiner Entstehung starke Beachtung in Form von Bearbeitungen vieler Komponisten wie J.S.Bach, Salieri oder Süßmayr gefunden. Das Orchester bestach wieder durch wohltemperierte Satzeinführung. Dem Chor merkte man nach dem gefühlvollen Duett im „Quis et homo“ die Freunde über den gelungenen, markanten Einsatz („Pro peccatis“) und durfte auch im sehr gut dynamisierten „Fac, ut ardeat“ zeigen, wie mit relativ wenig Proben nicht gerade einfache Sätze gut beherrscht werden können. Ergriffenheit bemächtigte sich des Publikums im „Quando corpus“, als das gesamte Ensemble sehr weiche und präsente Einsätze darbot.

Wahrlich: Con Voce ist eine bemerkenswerte Bereicherung des kirchenmusikalischen Angebots im Landkreis.
Wilfried Gillmeister in der Ebersberger Zeitung

sb | 24. Oktober 2011, 17:36 |

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