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Danke....

Nicht lange nach Erntedank, am 31. Oktober, beginnt das Martin Luther-Jahr. Luthers Art zu sprechen und schreiben hat in Mitteleuropa einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das betrifft auch die Nicht-Evangelischen – alle Deutschsprachigen können ihm dankbar sein. Drei Gesichtspunkte dazu:
Erstens: Martin Luther hatte nie Angst, lächerlich dazustehen. Dem Kaiser und den Bischöfen trat er furchtlos entgegen. Der Reformator druckste nicht herum und schwafelte nicht. Wenn ihm ein Wort fehlte, erfand er es sich eben. Zahlreiche originelle Begriffsschöpfungen und Redewendungen verdanken wir ihm; um einige Beispiele zu nennen: „Feuereifer“, „wetterwendisch“, „Denkzettel“ und „Herzenslust“.
Zweitens: „Kleine und geringe Dinge beunruhigen mich sehr, große dagegen nicht. Denn ich denke: ‚Das ist zu hoch für dich, du kannst es nicht begreifen, also kümmere dich nicht darum.‘“ Die Beschäftigung mit den kleinen Lebensangelegenheiten brachte Martin Luther dazu, nicht die klassischen Stilisten und Rhetoriker nachzuahmen. Er behielt – dankenswerterweise – die kleinen Leute im Blick und schaute, wie er sagte, „dem Volk aufs Maul“.
Drittens: „Der Sieg ist bei der stammelnden Wahrheit. Wenn das Fass zu sehr tönt und klingt, wird nicht viel drinnen sein“: Martin Luther war kein Freund einer gestylten, raffinierten Art zu reden. Die Wertschätzung auch holpriger, aber direkter Kommunikation haben wir ihm zu danken. Gegenüber Gott: „Je weniger Worte, umso besser das Gebet“; auch in der Öffentlichkeit: „Tritt frisch auf. Tu‘s Maul auf. Hör bald auf.“
Ihr Gereon Sedlmayr

B.G. | 21. September 2016, 19:09 |

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