zu den Bereichen:

aktueller Inhaltsbereich ""

aktueller Inhaltsbereich ""

Bereichsübersicht: Startseite

Unsere Reise nach Usuka im August 2017

„Und, wie war‘s?“ werden wir seit unserer Heimkehr aus der Partnergemeinde Usuka immer wieder gefragt. Schwer beschreibbar, diese Fülle von Eindrücken und Erlebnissen. Vage Vorstellungen haben sich zu realen Bildern und Erfahrungen gewandelt. Der Empfang, spät abends, mit Gesang, Tanz, herzlichen Umarmungen überwältigt uns. Nach zwei Tagen Anreise sind wir – drei Frauen und zwei Männer – bereits mittendrin in der Gemeinschaft unserer Partnergemeinde. Wir werden verwöhnt: schlafen in einem privaten Haus, Licht in allen Räumen, schon morgens steht Wasser bereit – geholt von Frauen aus einem entlegenen Brunnen – extra für uns auf Holzfeuer erwärmt. Auch für die Mahlzeiten im Pfarrhaus bekocht uns ein Frauenteam. Die viele Kilometer entfernten Dörfer zu Fuß oder per Fahrrad auf sandigen Wegen zu besuchen, wird uns erspart: Ein Auto steht bereit, zwar recht betagt, aber zeit- und kraftsparend. Trotz intensiver Vorbereitungen für den Festtag am 20. August, begleiten uns immer Rev. Mtagawa und einige Gemeindemitarbeiter/innen. Freudige Begrüßung überall: in den zur Gemeinde gehörenden Dörfern, in den Schulen, im Kindergarten, in der Nähschule, in den verschiedenen Gruppen. Immer wieder Tänze, Gesang,Trommelmusik für uns. Wir werden einander vorgestellt, Namen werden zu Gesichtern – wir lernen uns kennen. Unzählige Geschenke erhalten wir: Kangas, Tee, Erdnüsse, Mais, Eier, ja sogar lebendige Hähnchen – Ausdruck des Dankes für die Hilfen, die Petri durch erhaltene Spenden an Usuka geben kann. Die Menschen geben uns von dem, was sie selber brauchen.
Wir sind gerührt – betroffen.
Unsere Mitbringsel, z.B. Sportkleidung, Fußbälle, erfreuen in den Schulen. Die überaus praktischen Solarlampen sind für manches Dorf eine große Kostbarkeit. Das für uns bei Dunkelheit so selbstverständliche Licht – hier fehlt es oft. Hätten wir doch nur mehr Solarlampen mitgenommen! Anlass und Höhepunkt unseres achttägigen Besuchs: das Fest „50 Jahre Usuka Parish“. Mehr als vier Stunden feiern an die 400 Menschen, Groß und Klein, gemeinsam mit dem Bischof, den Dekanen, vielen Pfarrern aus der Umgebung, mehreren Chören, einen fröhlichen Festgottesdienst im Freien. Mittendrin wir, die Gäste, überbringen Grüße und Geschenke der Petrigemeinde. Bei unseren Fahrten, den Gesprächen mit dem Partnerschaftsausschuss, den Waisenhelfern, den Frauen, in den Schulen, sehen und erfahren wir die Notwendigkeiten und Anliegen der Menschen. So manches Haus, auch einige der kleinen Dorfkirchen, haben Fenster ohne Glas. Die Wasserstellen sind oft weit entfernt von den Dörfern, der Boden trocken. Für viele Kinder ist der tägliche Schulweg sehr weit, Kosten für Schulkleidung und -material belasten die Familien, erst recht dann die für eine Ausbildung. Und Sorge bereiten nach wie vor die zahlreichen Waisen, haben doch oft die Familien, die sie aufnehmen, ohnehin schon viele eigene Kinder. Wir spüren und erfahren immer wieder: „Etwas mit eigenen Augen gesehen zu haben ist mehr als mit eigenen Ohren davon gehört zu haben.“
Waltraut Volkmann – für die Reisegruppe Usuka

B.G. | 17. Januar 2018, 20:26 |

top