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"Über den Zaun blicken"..

…wollte Waltraut Volkmann immer. Als Mitglied im Eine-Welt-Kreis war sie vor 35 Jahren bei der Gründung der Partnerschaft mit Usuka dabei. Engagiert besonnen setzte sich Waltraut Volkmann mit der Lebenswelt von Usuka auseinander, merkte bald, wie sehr ihr neben allem anderen auch die Situation der unendlich schuftenden Frauen am Herzen lag. Mehr und mehr setzte sie sich dafür ein, die schulische Ausbildung von Jungs UND Mädchen ins Zentrum der Partnerschaftsarbeit zu stellen. Und langsam bekamen so auch begabte Mädchen die Chance, sich vom ausschließlichen Tagewerk der Feld- und Hausarbeit zu lösen.

Als nicht nur Usuka und Makoga selbständige Gemeinden wurden, sondern auch Zorneding und Baldham, übernahm Frau Volkmann in Petri viele Aufgaben von der damaligen Leitung.

Ihr Motto „Über den Zaun blicken“ intensivierte sich. Über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg, aber auch in der direkten Nachbarschaft mit PAs anderer Gemeinden unseres Dekanates war ihr der unmittelbare Kontakt wichtig: Begegnungen, Gespräche, Anteilnahme, einander helfen, und: voneinander lernen. Eine große Tonne müsste es sein, sollten die unzähligen Briefe hineinpassen, die sie im Laufe der über 30 Jahre an die Menschen in Usuka geschrieben hat.

Sie war die Grande Dame unseres Partnerschaftsausschusses und mahnte uns unermüdlich bei unseren Sitzungen: „Das müsst Ihr mit den Augen der Tansanier sehen!“ Gemeint hat sie: Seid vorsichtig mit unserem europäischen Denken. Es ist hilfreicher, sich in die Kultur, Lebenserfahrungen und Denkwelt unserer Partner einzufühlen.

Mehrmals haben tansanische Gäste im Hause Volkmann liebevolle Aufnahme gefunden, zwei Mal hat „Mama Volkmann“ Usuka besucht. Viele persönliche Kontakte wurden vertieft, die verbesserten Lebensumstände in den Dörfern ebenso wahrgenommen wie verbliebene Armut. Geschenkt bekam sie dafür nicht nur eine Ziege und ein Huhn, sondern den Respekt und die Freundschaft der afrikanischen Menschen.

Für Deinen „Ruhestand“ wünschen wir Dir, liebe Waltraut, Gesundheit und Gottes Segen, und dass dir dein Interesse an den Menschen nie verloren geht. ASANTE SANA für Dein enormes Engagement, für die übernommene Verantwortung und die Liebe zu den Menschen in Usuka über diese Jahrzehnte hinweg.

Vielleicht schaffen wir es ja, auch diesen deinen Rat weiter zu beherzigen: „Fahrt hin und verschafft euch einen eigenen Eindruck!“

Für den Partnerschaftsausschuss – Petra Schwalb & Gaby Hein

B.G. | 17. September 2018, 19:00 |

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