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Musikalische Reise durch die Welt der Gefühle

Das Publikum erfreut sich am Benefizkonzert des Vivaldi-Orchesters Karlsfeld in der Baldhamer Petrikirche
Musik vom Namensgeber Vivaldi hatte das Ensemble für das Konzert in der Baldhamer Petrikirche nicht im Programm, dafür aber eine farbige Palette tänzerischer Kompositionen und Klangmalereien. Mit seinen rund 20 Musikern füllte das Vivaldi-Orchester Karlsfeld den Altarraum und lud mit Mandoline, Mandola, Gitarre, Kontrabass und Perkussion unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold zu einer abwechslungsreichen Reise durch die Welt der Stimmungen ein. Kurze Werkinformationen, aber vor allem stimmungsvolle Bild- oder gar Geschichtenskizzen stellte Moderator Ralf Hanrieder den Stücken voran und lenkte damit die Phantasie des Publikums.
Die Reise begann im England des 17. Jahrhunderts mit Tänzen aus der berühmten Sammlung von Noten und Tanzbeschreibungen des Musikverlegers John Playford als moderner Bearbeitung. Das Orchester konnte hier gleich das ganze Spektrum tänzerischer Formen und Gefühlsausdrücke ausspielen. „Paduana und Gagliarda“ von Isaac Posch boten dann das Beispiel eines festlichen und lebensfroh schnellen Tanzpaares. Beim folgenden „Capriccio“ spielten die Musiker mit folkloristischen Anklängen in heller Klanglichkeit keck auf. In klassischer Quartettaufstellung präsentierte sich das Orchester im „Orchesterquartett C-Dur“ von Carl Stamitz. Es erfreute die Zuhörer mit seiner Klangfülle, gut herausgearbeiteter Dynamik und dem freudigen Ausdruck dieser gefälligen Musik. Feierlich und stimmungsvoll dagegen ließen die Musiker das „Magnificat“ des zeitgenössischen französischen Komponisten Michel Pépé, einem Spezialisten für entspannende und inspirierende Wohlfühlmusik, erklingen: Aus einer ruhenden Klangfläche löste sich eine beruhigende Melodie heraus und wuchs zum großen Klanggewölbe. Eine malerische, Licht verhangene Toskanalandschaft zauberte Hanrieder vor das geistige Auge der Zuhörer, bevor flirrende Mandolinenklänge strenge Marimba-Rhythmik in Jürgen Schiebers Komposition „Toskana“ umschmeichelten und sich nach schillerndem Solo des Schlagwerks die Ensembleklänge gravi-tätisch in einem schönen Klangbild auflösten.
Der zweite Teil des Konzerts galt ausschließlich Originalkompositionen. Mit der Erfahrung fast 40-jähriger Arbeit mit dem Orchesters führte die Dirigentin die Musiker brillant durch Klanggeschichten für Gitarrenchor, tonmalerische Turbulenzen und feines Säuseln in japanischer Manier. Das Ensemble begeisterte die Zuhörer schließlich mit einem swingenden Alt-Berliner Foxtrott.
Der Erlös des Konzerts ist für die Ausgestaltung der Unterkirche der Petrikirche bestimmt, deren Funktion als Ort der Stille Pfarrer Stephan Opitz erläuterte.
SZ-Ebersberg, SABINE RADLOFF, 28.04.2008

sb | 10. April 2008, 17:22 |

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